Seit unserer Jugend engagieren wir uns in verschiedenen Kirchgemeinden. War es für Ingmar anfangs der Beruf seines Vaters, der ihn dazu brachte, so entdeckte er mit 16 Jahren den persönlichen Glauben an Jesus Christus. Christina begeisterte sich schon sehr früh für die Mitarbeit in der Gemeinde und engagierte sich nach ihrer Konfirmation in der Jugendarbeit der Frankenberger Kirchgemeinde und des Kirchenbezirks Flöha, in die sich Ingmar paar Jahre zuvor schon intensiv einbrachte. Über die Jahre haben wir dabei beide viele Erfahrungen gesammelt, die uns in der Folgezeit sehr prägten.

Als Ingmar 1998 nach Leipzig zog, blieb er noch sehr in der Gemeinde in Frankenberg verwurzelt. Allerdings gründete er mit seinem damaliger Mitbewohner 1999 einen Hauskreis, der sich anfangs jede Woche in seiner WG traf. Im Laufe der Zeit kamen andere Christen hinzu und als Ingmar 2004 aus Albanien wiederkam, hatte der Hauskreis schon rund 15 Mitglieder. Hauskreise haben für uns eine große Bedeutung, denn sie sind ein Ort, wo man sich mit anderen Christen über das Glaubensleben und die Bibel austauschen kann.

Als Christina 2004 nach Leipzig zog und mit ihrem Studium begann, machten wir uns auf die Suche nach einer Gemeinde, in die wir uns einbringen könnten. Nach einer Weile entschieden wir uns für die "Ortsgemeinde". Hier konnten wir uns wieder sehr intensiv einbringen und gründeten einen Kreis für junge Erwachsene (JET) und einen Gebetskreis, der jede Woche vor dem Gottesdienst stattfand. Es war für uns sehr spannend zu erleben, wie sich die Gemeinde durch ein neu gebautes Kirchengebäude und verschiedene Initiativen veränderte. Besonders interessant empfanden wir die Mitarbeit im Gemeindeaufbaukreis, der die Ideen bündelt und bei der Umsetzung mithilft. Die Gemeinde in Thonberg war eine große Bereicherung für unser Leben.

Seit 2007 ist Gießen unsere Heimat. Wir haben uns relativ schnell für eine Gemeinde entschieden – auch hier ist es wieder die Ortsgemeinde geworden, die Evangelische Andreasgemeinde. Wir haben uns sehr bald wohl gefühlt und sind froh, dass wir inzwischen dazu gehören. Wir sind gerne im so genannten MoDi-Kreis, einer Art Hauskreis. Außerdem gehen wir in den Bibelkreis und natürlich regelmäßig in den Gottesdienst. Gemeinsam mit unserem Hauskreis gestalten wir gelegentlich besondere Gottesdienste und bereichern sie vor allem durch die Band, in der Christina singt und Ingmar an den Congas, der Cajon oder dem Schalgzeug für den Rhythmus sorgt. 2008 wurden wir von unserer Pfarrerin angesprochen, ob wir für den Kirchenvorstand kandidieren möchten. Nach einigen Überlegungen und Gebeten entschieden wir uns, dass Christina sich für die Wahl zum Kirchenvorstand aufstellen lässt, um auf diese Weise das Gemeindeleben stärker mitzugestalten. Im September 2009 fand die Wahl statt, bei der Christina in den Kirchenvorstand gewählt wurde. Ihre Amtszeit begann im November 2009.

Im Sommer 2010 hat Ingmar mit der Ausbildung zum Prädikanten angefangen. Prädikanten sind Laienprediger, die ehrenamtlich Gottesdienste gestalten. Die Ausbildung dauert zwei Jahre lang und besteht aus Theorie und Praxis. Ingmars Parktikumsgemeinde ist in Großen-Linden, wo er seit Anfang 2011 immer wieder am Gottesdienst mitwirkt. Im Herbst 2012 wird die Ausbildung mit der Bevollmächtigung enden. Dann wird Ingmar auf einer Liste des Dekanats stehen und kann von Gemeinden angefragt werden. Die Entscheidung, ob er dann dort Gottesdienst hält, liegt bei ihm.